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Alternativlos ist zum Unwort des Jahres 2010 gewählt worden. Horst Dieter Schlosser, der Sprecher der Jury, begründet es so:

Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe ...Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.

Diese Unwort-Kür ist wohl auch ein Seitenhieb gegen Merkel, die zum Beispiel die EU-Hilfe für das von der Finanzkrise besonders angeschlagene Mitglied Griechenland als "alternativlos" bezeichnete. Reden wir also von Griechenland und der EU! Es ist uraltes Denken und sinnvoll, Nationen oder Reiche mit einem Körper oder Organismus zu vergleichen.  Also: Europa ist längst zu einem Wirtschaftsorganismus zusammengewachsen, so dass man jedes Mit-Glied mit einem Glied oder Organ vergleichen kann. Und wenn ein Organ erkrankt ist, kann die Krankheit auf ein anderes Organ übergreifen. Ist etwa die Blase entzündet, bezeichnet jeder seriöse Urologe ihre Heilung als alternativlos, auch deshalb, weil die Bakterien sonst zur Niere hinaufklettern und sie entzünden könnten. Und vergrößert wird die Gefahr, wenn der Gesamtorganismus nicht mehr robust ist, zum Beispiel aus Altersgründen. So weiß Merkel, dass die griechische Krise auch auf Deutschland übergreifen kann, und bezeichnet einen helfenden Eingriff als alternativlos:

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag die geplanten Griechenland-Finanzhilfen als "alternativlos" bezeichnet. "Wir haben es ja nicht nur für Griechenland gemacht, sondern wir haben es vor allen Dingen für die Stabilität der Währung insgesamt gemacht", betonte Merkel. Mit den vorgesehenen Maßnahmen schütze man zugleich das Geld der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.                                   Siehe hier

Dass Merkel hier nicht schönredet, mag die Verdrossenheit des Wähler-Patienten vergrößert haben, Aufgabe eines verantwortungsvollen Arztes aber ist es, dem mündigen Kranken reinen Wein einzuschenken, trotz der Gefahr, Arzt-Verdrossenheit, Körper-Verdrossenheit zu schüren.
Horst Dieter Schlosser hat laut wikipedia Germanistik, Geschichte, Philosophie und Pädagogik studiert und war Germanistik-Professor, also ein Schöngeist. Das bin ich auch. Ein Gedicht von Puschkin oder Hölderlin ist mir lieber als ein Arztbesuch. Schöngeister aber neigen dazu, die Niederungen den Politikern und Urologen zu überlassen und auf sie herabzuschauen. Das ist ungerecht.

   
 
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