Home
So sehe ich aus
Aktuelles
Von Fluchthelfern...
Von der Leyens Luftsprünge
Sie ist doch hübsch!
Die schöne Märtyrerin Eluana Englaro
"Der Ludwig lacht" - Sterbehilfe, Abtreibung und die Macht des Narzissmus
Like it! Like it! Realitätsverleugung in der Euthanasiedebatte
Sterbehilfe? - Diagnose: Depression
Grüner Menschenhass
Das schlechte Gewissen
Pleite-Griechen und Angst als Signal
Hellas kurieren oder amputieren
Ist Sarrazin besessen?
Geert Wilders und das Schuldgefühl
PID: Mutter Merkel verwirft kein Landeskind
De Maizière nimmt Angst ernst
D-Mark-Nostalgie
Gläubiger China und Europas Schuld
Europa-Urologie
Sarrazins Austreibung - alternativlos?
Polen 89', Ägypten 2011
Guttenbergs akademischer Ritterschlag
Kerkermeister Montgomery
Schöne Aussichten
Broder und die blonde Bestie
Rezession in Griechenland (und bald in D)
Papstbesuch: Wenn der Autokrat kommt
Guttenberg, Dr. Flöter und der schöne Schein
Noch eine Dolchstoßlegende: Wulff ist mitschuld an Demenz
DER WULFF IM DORN
Bomber Harris, do it again!
"Geld muss rosten!"
Alter macht zahm: 68er gegen Zündler
Beschneidung löst Menschenopfer ab
Euthanasie im Schatten der Vergangenheit
"Moloch Israel"
"Geschändet!"
Köln und Rotherham
dann ist das nicht mein Land!
neu
Essays
1968ff - Romanauszüge
Lyrik
Kurzgeschichten
Zwetajewa: Lyrik
Selbsterlebtes
Interpretationen
Archetypen
Verschiedenes
Архетипы и интерпретации
Archetypes
Gästebuch
   
 


"GESCHÄNDET!" - MERKELS SELTSAME WORTWAHL

Leerstehende Häuser, die saniert worden sind, damit man in ihnen Asylbewerber unterbringen kann, wurden im fränkischen Vorra in Brand gesteckt und mit Hakenkreuzen beschmiert. Zu Recht verurteilt Kanzlerin Merkel diesen Anschlag, doch stutzig macht ihre Wortwahl:
 
„Es ist unerträglich, wenn Asylbewerberheime geschändet werden!“

Geschändet wird eine Kirche, eine Synagoge, eine Moschee, ein Friedhof, ein Grab, also Orte und Gebäude, die sakral sind. Wohnhäuser aber sind profan, nicht sakral – oder doch?
Merkels Wortwahl ist kein Zufall, glaube ich. Die massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen ist Ersatzreligion für säkulare Menschen, die keine Religion mehr haben, aber nach Religion verlangen. Zum Wesen jeder Religion gehört ein tiefes Gefühl von Schuld, ein aufgebrachtes Gewissen und deshalb ein zürnender Gott, den man aber beschwichtigen, dessen Wohlwollen man wiedergewinnen kann, indem man Opfer bringt, Gutes tut. Und schuldig fühlt sich der westliche Mensch, weil er dekadent ist, ein verzogenes, verdorbenes Kind seiner Zivilisation, das auch noch die Dritte Welt ausgesaugt und zu korrumpieren versucht hat. Daraus fließen Selbstverachtung und Selbsthass, die freilich uneingestanden, verdrängt, aber nicht weg sind, sondern in der Tiefe der Seele ätzen und besänftigt werden müssen. Möge er also den Migranten aus der Dritten Welt Gutes tun und Opfer bringen, große Opfer - je größer das Opfer, desto wirkungsvoller dämpft es die Gewissensbisse - aber bitte keine Opfer wie in Rotherham!



Dezember 2014

   
 
Top